Nackt-YogaNackt-Yoga

Wie kam ich dazu, Nackt-Yoga anzubieten?

In alten Yogalehrbüchern hatte ich gelesen, dass man sich beim Üben am besten von einengender Kleidung befreit. Ebenso ist das Üben an der frischen Luft vorzuziehen. Das fand ich damals sehr fortschrittlich für so alte "Schinken".

Das kam mir sehr entgegen, da ich die Freikörperkultur wie auch das Saunieren oder FKK-Baden liebte. Die Grenze zwischen Außen und Innen an der Haut spüren, sie durch Nacktsein überwinden. Warum dies nicht mit Nackt-Yoga erfahren?

Ich begann darüber nachzudenken, inwieweit wir uns selbst und unseren Körper annehmen und inwieweit uns Nackt-Yoga dabei behilflich ist. So formulierte ich vor drei Jahren meine erste Nackt-Yoga-Anzeige und begann mit der Praxis. Heute bin ich überrascht, dass das Nackt-Yoga als neue Erkenntnis aus den USA gefeiert wird.

Was hat Yoga mit Sexualität, Lust und Liebe zu tun?

Sehr beeindruckt haben mich Wilhelm Reichs Ausführungen über seine Sichtweise der "emotionalen Panzerung", mit der wir das ursprünglich Lebendige und Liebevolle in uns verschütten. Die unter der Panzerung aufgestauten lebendigen Energien kehren sich um in Destruktivität, erzeugen eine wachsende innere Spannung und drängen immer wieder nach destruktiver Entladung.

Durch zahlreiche Kontakte und Gespräche in meinen Kursen und mit Freunden machte ich die Erfahrung, dass viele Menschen in der Entfaltung Ihrer Liebesfähigkeit gehemmt und blockiert sind. Sehr wenige Menschen üben eine befriedigende, ehrliche Sexualität mit ihrem Partner aus.

Sicherlich lassen sich Sexualität und Liebe getrennt ausüben. Doch die Vereinigung von Sexualität und Liebe hebt alles Trennende auf, die Kraft der Liebe kann sich frei entfalten. Wenn man seine Sexualität spirituell ausleben kann, findet man innere Harmonie und Kraft. Das ist auch der Tenor von Karezza. Nach J. Wiliam Lloyd ist Karezza eine zutieft befriedigende Vereinigung der Körper wie der Seelen, nach der alle wahre Liebe sich sehnt, und jede Wiederholung dieses Geschehens bringt die beiden Wesen in immer tieferen, innigen Einklang.

Erich Fromm sagte einst, dass Lieben eine Tätigkeit des Menschen ist, eine Aktivität, die man erlernen kann und muss, um das Problem der eigenen menschlichen Existenz zu beantworten und zu lösen.

Ein Weg ist, sich mit Hilfe von Nackt-Yoga in seiner Körperlichkeit anzunehmen, sich selbst lieben zu lernen, um so den Partner bedingungslos lieben zu können. Sich zu küssen, zu streicheln oder geschlechtlich zu lieben, hat nichts Unreines. Es kann sehr rein, ja sogar heilig sein. Nicht das Verschmelzen macht rein oder unrein, sondern die Absicht - das Gefühl, das man hegt, das treibende Verlangen.

"Yoga hilft einem,
länger und besser
Sex zu haben.
Ich kann das
schlecht erklären,
aber gut vormachen."


Sting